Warum Erdmandeln (Chufas) so gesund sind

Chufas Erdmandeln sind gesundErdmandeln (span.: Chufas)

Erdmandeln (span.: Chufas) sind keine Nüsse, sondern kleine, wohlschmeckende und gesunde Wurzelknollen. Sie sind wahre Nähr- und Mineralstoffbomben: sehr gut für Verdauung, Darm, Entgiftung sowie für deine Nerven-, Muskel- und Herzfunktion.

Was sind Erdmandeln?

Die Erdmandel ist bei uns noch gar nicht so besonders bekannt. Der Name ist ja auch etwas irreführend, denn die Erdmandel ist weder ein Steinobst, wie die bekannte Mandel, noch wächst sie auf einem Baum wie die Nuss.

Was sind nun Erdmandeln (span.: Chufas)? Als Erdmandel bezeichnet man eine Pflanze aus der Gattung der Sauergrasgewächse. Die Früchte dieser Pflanze (Cyperus esculentus) heißen ebenfalls Erdmandel und wachsen als kleine braune Knollen an den Wurzeln dieses grasartigen Gewächses.

Den Namensteil „-mandel“ hat diese Pflanze und ihre Frucht dem mandel- bzw. nussähnlichen Geschmack zu verdanken. Für den Handel wird sie getrocknet und als ganze Frucht, als Erdmandelflocken oder auch als Erdmandelmehl angeboten.

Ursprünglich kommen die Erdmandeln wahrscheinlich aus dem afrikanischen Raum. Dort wird sie seit mehreren Jahrtausenden sowohl als Heil- sowie auch Lebensmittel verwendet. Die alten Ägypter vermischten sie mit Honig und genossen sie als Süßspeise.

Nach Spanien kam die Erdmandel dann im 8. Jahrhundert mit den Arabern. Obwohl die Erdmandel im weiteren Europa recht unbekannt geblieben ist, wird besonders in der Gegend von Valencia die „Chufa“ heute noch umfangreich angebaut.

Die Erdmandel, eine echte Powerfrucht

Was sind Erdmandeln als Nährstofflieferant? Die Erdmandel speichert ihre Nährstoffe in den braunen Knollen an der Wurzel. Deshalb sind diese auch so besonders reich an wertvollen Nahrungsstoffen, die auch für den Menschen sehr gut verwertbar sind.

Reichlich ungesättigte Fettsäuren, Ballaststoffe und Proteine hat die Erdmandel zu bieten. In der Natur wachsen braune, schwarze und gelbliche Erdmandeln. Die gelben Früchte werden bevorzugt, da sie einerseits größer sind und optisch appetitlicher, andererseits enthalten sie auch mehr Nährstoffe, wie z. B. Ballaststoffe sowie antioxidative Pflanzenstoffe (Flavonoide).

Wichtiger Lieferant für Ballaststoffe

Sich gesund zu ernähren sollte hierzulande kein Problem sein – möchte man meinen. Dennoch nehmen wir generell viel zu wenig Ballaststoffe zu uns.

Gut, dass die Erdmandel einen höheren Anteil an Ballaststoffe hat als viele andere ballaststoffreiche Lebensmittel. Denn Ballaststoffe sind sehr wichtig für unsere Verdauung, da sie die Darmtätigkeit anregen und so die Verdauung unterstützen.

Erdmandeln helfen deshalb hervorragend gegen Verstopfungen. Die quellenden Ballaststoffe in der Erdmandel sorgen ferner für ein rasches Sättigungsgefühl. Sie wirken damit dem Heißhunger entgegen und sind deshalb für jeden Diätspeiseplan zu empfehlen – genauso wie für Sportler und generell alle, die langanhaltende Energie brauchen.

Auch die Entgiftung des Körpers beschleunigen die Ballaststoffe. Sie binden Gifte im Körper und helfen dabei, diese wieder zügig auszuscheiden. Im Darm können die Ballaststoffe Gallensäure und Fette binden. Die Leber wird deshalb angeregt, neue Gallensäure zu produzieren und verbraucht dabei Cholesterin. Somit helfen die Ballaststoffe der Erdmandel auch dabei, den Cholesterinspiegel im Blut niedrig zu halten.

Auch helfen die Ballaststoffe, die Blutzuckerwerte im Gleichgewicht zu halten. Sie sorgen dafür, dass die Glukose langsamer ins Blut aufgenommen wird und verhindern damit, dass sogenannte Zuckerschocks entstehen, bei denen ein hoher Blutzucker mit einer hohen Insulinausschüttung einhergeht.

Ballaststoffreiche Nahrungsmittel wie die Erdmandel helfen ferner, Krankheitserreger im Darm unschädlich zu machen. Die guten Darmbakterien wandeln Ballaststoffe in Buttersäure um. Dies sorgt für saure PH-Milieus im Darm, in den sich Bakterien und Viren nicht wohlfühlen. Die Buttersäure hält außerdem unser Immunsystem stabil und hilft damit weiter, sich vor Krankheitserregern zu schützen.

Eine Bank an Mineralstoffen

Der Reichtum an Vitalstoffen in der Erdmandel macht diese Frucht wahrlich zu einem Gesundheits-Booster.

Sportler aufgemerkt! Sie enthält hohe Mengen an Kalium, das sehr wichtig für unsere Nerven und die Muskel- und Herzfunktion ist. Ferner enthält sie hohe Werte an Magnesium, das wir für sehr viele Funktionen im Körper brauchen und das auch besonders wichtig für die Muskelfunktion ist.

Auch Calcium ist in hohen Mengen enthalten. Dies brauchen wir für den Stoffwechsel unserer Knochen sowie die Herz-, Lungen- und Nierenfunktion. Insbesondere unsere Knochen sind sehr auf eine ausreichende Calciumzufuhr angewiesen. Calciummangel führt zu spröden Knochen, die leichter brechen. Deshalb ist eine ausreichende Calciumzufuhr besonders ab dem mittleren Alter sehr wichtig.

Neben diesen Mineralstoffen hat die Erdmandel noch hohe Mengen an Vitamin E zu bieten. Dieses Vitamin ist ein Antioxidant und damit ein Fänger der freien Radikale. Es schützt unsere Zellen und hilft dabei, den Alterungsprozess zu verlangsamen. Auch andere sekundäre Pflanzenstoffe, die in der Erdmandel enthalten sind, wie z. B. Rutin, schützen vor den freien Radikalen und helfen zusätzlich bei Venenerkrankungen und Durchblutungsstörungen.

Du kannst dich also mit den Erdmandeln gesund essen.

Dazu wichtige Fettsäuren

Bei den Fettsäuren hat die Erdmandel eigentlich die ganze Palette an wichtigen Fettsäuren zu bieten. Sie enthält einfach ungesättigte, mehrfach ungesättigte und gesättigte Fettsäuren.

Einfach ungesättigte Fettsäuren sind wichtig, um den Cholesterinspiegel im Körper auf einem gesunden Niveau zu halten. Der Verzehr kann tatsächlich dazu beitragen, die Cholesterinwerte zu verbessern.

Die mehrfach ungesättigten Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren) wirken sich günstig auf den Blutdruck aus und sie wirken entzündungshemmend. Sie beugen Erkrankungen der Herzkranzgefäße vor und wirken sich positiv auf den Fettstoffwechsel aus.

Die gesättigten Fettsäuren sollen nach jüngeren Forschungsergebnissen unser Immunsystem stärken und uns damit vor Krankheitserregern schützen.

Gut für Gehirn- und Nervenfunktion

In Studien wurde festgestellt, dass der Verzehr von Erdmandeln eine positive Wirkung auf die Gehirnaktivität hat. Sie hilft dabei, die Konzentration zu steigern, Schwindel zu lindern und auch bei Kopfschmerzen eine lindernde Wirkung zu haben. Sie wirken kräftigend auf unsere Nerven und helfen dabei, Stimmungsschwankungen und Erregungszustände zu lindern.

In einer nigerianischen Studie wurde festgestellt, dass der Verzehr der Erdmandel hilfreich bei Beschwerden wie Blähungen, Durchfall und Magenverstimmung ist. Sie soll ferner den Blutkreislauf aktivieren können, bei Thrombosen und Herzerkrankungen positive Wirkungen haben und auch bei Harnwegserkrankungen Linderung verschaffen. Durch ihre äußerst positive Wirkung auf die Darmflora sind Chufas auch geeignet, das Risiko zu reduzieren, an Darmkrebs zu erkranken. [Quelle: zentrum-der-gesundheit.de]

Deinem Darm tust du also auf jeden Fall etwas Gutes, wenn du regelmäßig Erdmandeln isst.

Die Erdmandel in der Küche

Erdmandeln kannst du roh wie Nüsse (mundet mir persönlich nicht so unbedingt), aber auch gekocht oder geröstet genießen. In Ungarn verwendet man das Pulver der Erdmandel sogar als Kaffeeersatz!

Aus den Knollen wird aber auch ein besonders hochwertiges Mehl (glutenfrei) und ein ebenso hochwertiges Öl (ähnlich Olivenöl) gewonnen. Das Mehl eignet sich besonders für Menschen, die eine Weizenunverträglichkeit haben. Außerdem ist die Erdmandel natürlich eine wunderbare Alternative für Nussallergiker.

So langsam gewinnt die Erdmandel an Popularität. Häufiger wird sie jetzt auch als Zutat bei Fernsehköchen eingesetzt. Das hat sie auch verdient, denn neben ihrem köstlichen Geschmack hat sie wahrlich ein ganzes Feuerwerk an Nährstoffen zu bieten.